Der Dachverband der Geowissenschaften (DV Geo) stellte am 4. April in Berlin ein Positionspapier vor, in dem Forschende auf knapp 70 Seiten Zukunftsperspektiven für die geowissenschaftliche Forschung entwickeln. Unter den fast vierzig Autor:innen sind eine ganze Reihe von Forschenden aus dem GFZ Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften, darunter auch die Direktorin des Departments „Geosysteme“, Prof. Magdalena Scheck-Wenderoth. Sie hebt neben der grundsätzlichen Bedeutung des Papiers besonders die darin geforderte stärkere Untergrundnutzung und das vorgeschlagene „Nationale Geosphären-Observatorium“ hervor.
„Geoforschung ist Daseinsvorsorge und wichtig, um unsere Zukunft zu sichern“, sagt Magdalena Scheck-Wenderoth, „denn fast alle Ressourcenthemen sind Geothemen“. Sie nennt als Beispiele Wasser, Energiegewinnung und -speicherung, Metalle oder auch seltene Erden.
„Ebenso sind Naturgefahren zu großen Teilen Geothemen: klimatisch bedingte Extremereignisse wie Dürren und Hochwasser nehmen zu. Das Abschmelzen von Festlandeis und Gletschern führt langfristig zu mehr Erdbeben“, sagt Prof. Marco Bohnhoff. Er leitet am GFZ die Sektion Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren. Die Untergrundnutzung sei insbesondere für Geothermie wichtig. Bohrprogramme seien unabdingbar, um grundlastfähig und sicher Wärme und zum Teil auch Strom bereitzustellen und das Fündigkeitsrisiko für Investoren weiter zu reduzieren. Eine genaue Erkundung des Untergrunds durch Bohrungen helfe auch, die Speicherung von Energieträgern wie Wasserstoff und von radioaktivem Abfall sicher zu ermöglichen.
Mehr zum Whitepaper des DV Geo auf den Webseiten des Dachverbandes: https://www.dvgeo.org/